Übersicht: Fütterungsmöglichkeiten

1. PHW (= Pellets, Heu, Wasser)

Diese Ernährungsweise wurde meist nur von Pelzern, später auch Hobbyzüchern praktiziert. Sie bringt Vorteile für den Züchter: sie ist preiswert, zeitsparend und unkompliziert. Für die Chins bringt sie jedoch nur Nachteile: wenig Input, wenig Beschäftigung mit dem Futter, mangelnder Zahnabrieb, viele synthetische Vitamine und Spurenelemente, viel Kalzium bei wenig Flüssigkeit und mögliche Folgen davon. Für Chins ist diese Ernährungsweise sowohl physisch als auch psychisch mangelhaft. Heute praktizieren fast nur noch Pelzer  und Vermehrer diese Fütterung, Liebhaberhalter und Hobbyzüchter hingegen kaum noch.

2. PHW + Beigaben

Hier werden zusätzlich zu Pellets und Heu Beigaben gereicht, meist handelt es sich um ausgewählte Kräuter, Apfel etc. Diese bilden jedoch nur Zusatzfutter, das Hauptfutter sind immer noch Pellets und Heu.

 

Nachteile sind ähnlich wie bei PHW, außer dass die Chins sich eben auf die Zugaben sehr freuen, diese meist allerdings auch restlos vernichten, sodass keine Selektion stattfindet. Die Fütterungsart wird oft von Hobbyzüchern praktiziert und insgesamt auch sehr preiswert.

3. Mischernährung

Bei dieser Form der Ernährung werden täglich Pellets und Heu, aber auch reichlich Trockenkräuter und oft auch Saaten und Frischfutter gereicht. Hier können sich die Chins eher aussuchen, was sie brauchen und wollen, also selektieren.

 

Diese Ernährungsrat ist gerade für Anfänger empfehlenswert, wird aber auch immer häufiger von seriösen Hobbyzüchtern gewählt, da sie die Vorteile von Kräutern und Frischem zu schätzen wissen (z.B. mehr Milch, Krankheitenvorbeugung, Anreiz durch Futter/ Beschäftigung)

Ein abwechslungsreiches Futterangebot ist sehr wichtig!
Ein abwechslungsreiches Futterangebot ist sehr wichtig!

4. Pelletfreie Ernährung

Pellets werden keine verfüttert, sondern ein anderes Kraftfutter wie z.B. eine Saatenmischung. Dazu gibt es stets Heu, eine große Auswahl an Trockenkräutern und bestenfalls auch Frischfutter.

Diese Ernährungsform birgt einige Gefahren:

  • Viele Halter geben zu den Saaten bzw. Kraftfutter ausschließlich Trockenkräuter, Frisches jedoch kaum oder nur ab und an, da man es als nicht so wichtig erachtet. Das Futterangebot ist so ziemlich eingeschränkt und das für die Gesundheit wichtige Frischfutter fehlt.
  • Viele Halter achten nicht auf ausreichende Vielfalt und Selektionsmöglichkeit, d.h. es sollten täglich mindestens(!) 30 verschiedene getrocknete Kräuter zum Kraftfutter / Saaten, Frischem und Zweigen verfüttert werden. Die Folge mangelnder Vielfalt können ein Nährstoffmangel sein sowie Zahnprobleme.
  • Viele Halter setzen den Schwerpunkt der Fütterung falsch und geben z.B. gar kein Kraftfutter (Saaten, Pellets), sondern nur Trockenkräuter oder nur Trockenkräuter + Frisches. Die häufigste Folge davon ist Untergewicht und ggbs. ein Nährstoffmangel.
  • Viele Halter setzen den Schwerpunkt der Fütterung falsch und geben zu viel Kraftfutter/ Sämereien, jedoch nur wenig oder gar keine getrockneten Kräutermischungen und Frischfutter. Die Folge sind mangelnder Zahnabrieb, Gewichtsstörungen und Verdauungsstörungen.

Im Moment gibt es einen erkennbaren Trend bei Liebhaberhaltern hin zu dieser Fütterungsform, was wir als sehr problematisch erachten und erfahren. Daher raten wir dazu, besser die Mischernährung zu praktizieren, wenn man sich die naturnahe Ernährung noch nicht zutraut.

5. Naturnahe Ernährung

Die naturnahe Ernährung zeichnet sich dadurch aus, dass man zum einen keinerlei Fertigfutter wie Pellets anbietet und zum anderen sich an der Ernährung der Wildchinchillas orientiert. Das bedeutet: Man bietet sehr viele getrocknete Kräuter (mindestens 30!) an und dazu immer auch Frischfutter, Heu und als Kraftfutter Saaten oder eine Saaten-Trockengemüse-Mischung. Da diese Ernährungsform ebenfalls Gefahren mit sich bringt, sollten Neulinge und Unsichere Halter zusätzlich auf gute Pellets zurückgreifen: Pellet-Liste

Einen sehr ausführlichen Artikel zu dieser Ernährungsform findet ihr bei uns unter "Naturnahe Chinchillaernährung"