Geeigneten Tierarzt finden

Im Krankheitsfall eines Tieres ist man oft dazu geneigt, Hals über Kopf zum nächsten Tierarzt zu eilen, Hauptsache dem Chinchilla geht es schnell wieder gut! Allerdings werden Chinchillas im Studium der Veterinärmedizin kaum bis gar nicht behandelt - viele Tierärzte haben fatale Wissenslücken. Zudem muss der Tierarzt zur generellen Einstellung des Halters passen, sonst kann es nicht mit der Behandlung klappen.

Die hier aufgeführten Kriterien sind Richtwerte, mit denen ich Haltern ein Werkzeug in die Hand geben möchte um einen vertrauensvollen Tierarzt zu finden, der die Chinchillas erfolgreich behandelt.

+ Der Tierarzt nimmt mich als Halter ernst und geht auf meine Fragen, Befürchtungen, Einwände und Vorschläge ein.
- Der Tierarzt reagiert ärgerlich auf meine Fragen und gibt zu verstehen, dass ich doch keine Ahnung habe.
+ Der Tierarzt nimmt meine Chinchillas ernst und behandelt sie wie jedes andere Tier.
- Der Tierarzt behandelt nach dem Motto „Das ist ja eh nur nur ein Nager…“
+ Der Tierarzt geht feinfühlig und einfühlsam mit meinen Chinchillas um, er beherrscht die richtigen Fixier-Griffe.
- Der Tierarzt geht grob mit ihnen um, schmeißt sie in die Box, zerrt sie herum oder kann sie nicht annähernd händeln.
+ Er fragt mich nach Symptomen, die ich beobachtet habe und untersucht das Chinchilla sehr genau vor der Behandlung.
- Der Tierarzt fängt gleich an Medikamente zu spritzen oder zu verabreichen, ohne das Tier genauer zu untersuchen.
+ Er teilt mir mit, welche Krankheit er vermutet und wie er diese diagnostizieren kann.
- Er werkelt still vor sich hin ohne mich über die Erkrankung zu informieren und verabreicht ohne Absprache Medikamente.
+ Er klärt mich über mögliche Behandlungsmöglichkeiten und deren Erfolgschancen auf.
- Er versucht mir eine Behandlungsmöglichkeit aufzudrücken ohne Alternativen anzusprechen und macht mir ein schlechtes Gewissen, wenn ich diesen nicht folge.
+ Der Tierarzt nimmt sich Zeit für die Untersuchung, die Diagnostik, meine Beratung und die Behandlung.
- Der Tierarzt wirkt hektisch, unterbricht mich und fertigt mein Tier nur ab.
+ Der Tierarzt wägt sehr genau ab und setzt Nahrungsergänzungsmittel, Antibiotika, Schmerzmittel und Antiparasitika mit Bedacht und nur bei Notwendigkeit ein.
- Der Tierarzt gibt standardmäßig Antibiose und Schmerzmittel sowie "Aufbauspritze"; er verkauft mir bei jeder Gelegenheit Vitamintropfen und teures Diätfutter. Das Wartezimmer ist schon vollgestapelt mit diversen Verkaufsartikeln. Er verschreibt sofort chemische Wurm-, Giardien- und Hefemittel, obwohl es dem Tier augenscheinlich gut geht (auch bei positiver Kotprobe!), und zeigt keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten und Gefahren der Behandlung auf.

         + Der Tierarzt kennt mögliche Symptome für die bei Chins häufig vorkommenden Zahnerkrankungen; er weiß,              wie das gesunde Chinchillagebiss aussieht, er röntgt bei Verdacht auf Zahnerkrankungen (auch ohne Narkose)            und kann die gemachten, qualitativ guten Röntgenbilder auswerten und eine Diagnose und Prognose stellen.

        - Der Tierarzt schaut kurz ins Mäulchen und schickt den Halter - trotz passender Symptome - mit der Aussage, das Tier              sei zahngesund, ohne Röntgen wieder nach Hause. Der Arzt weiß nicht, dass das Chinchillagebiss anders aussieht als              das von Kaninchen oder Meerschweinchen und erkennt deswegen erste Auffälligkeiten beim Ins-Mäulchen-Gucken                  nicht. Der Tierazt möchte kein Röntgenbild machen, da er es eh nicht fachmännisch auswerten kann. Bei gemachten                Röntgenbildern kann der Arzt dem Halter den Befund nicht genau erklären.

          Zum Thema bitte hier Ausführliches nachlesen: Zahn- und Kiefererkrankungen bei Chinchillas (Krankheit Nr. I)

 

+ Der Tierarzt bildet sich laufend fort & ist auf aktuellen Wissensstand. Er kennt sich mit Chinchillas aus.
- Der Tierarzt besucht kaum Fortbildungen und behandelt völlig veraltet. Er hat wenig Ahnung von Chinchilla-Erkrankungen.
+ Ich werde an andere (Fach-)Tierärzte weiter verwiesen, wenn sich mein Tierarzt mit einer Erkrankung nicht auskennt und der Tierarzt schlägt in Fachliteratur nach und informiert sich bei Kollegen, wenn er sich bei der Behandlung nicht sicher ist.
- Der Tierarzt doktert munter herum, weil er sich mit der Erkrankung nicht auskennt, ist aber auch nicht bereit, mit Kollegen zu kooperieren oder sich zu informieren.
+ Bei diesem Tierarzt habe ich ein gutes Bauchgefühl, seine Beratung und Behandlungsmethoden kommen mir stimmig vor.
- Ich habe ein komisches Gefühl und würde am liebsten gleich wieder gehen & mein Kaninchen hier nicht behandeln lassen.
+ Ich kann dem Tierarzt ein Stück weit vertrauen und habe das Gefühl mit ihm zusammen zu arbeiten.
- Der Tierarzt arbeitet über meinen Kopf hinweg und ich muss ständig nachhaken und ihn ausbremsen.

 

von Viola Sch., Kaninchenwiese.de; überarb. von A. Handermann