Leckerchen

1. Aufgabe von Leckereien

  • Verwöhnen, Seelenheil des Halters
  • Zähmen
  • Belohnen
  • Päppeln

2. Fütterungsempfehlung

  • Regel: nicht mehr als 1-2 Leckerchen am Tag
  • untergewichtige oder kranke Tiere, die schlecht fressen, dürfen deutlich mehr Leckerlies bekommen
  • Tiere mit Übergewicht bekommen keine Leckereien oder nur bei Bedarf (z.B. Medizingabe)
  • Tiere mit Krankheitserregern, die sich von Kohlenhydraten ernähren (Hefen, E. Coli, Giardien etc.) bekommen keine stark kohlenhydrathaltigen Leckerchen (z.B. Trockenobst), sondern nur Leckereien auf Fettbasis wie z.B. Nüsse und Kerne

3. Kommerzielle Leckerchen

Zu den angebotenen Leckerchen aus dem Zoohandel und Internet zählen Dinge wie Knabberstangen, Haferecken, Milchpellets oder Pellets aus verschiedenen Gemüse- und Fruchtsorten (Apfelpellets, Karottenpellets etc.). Diese sind für unsere Chinchillas alles andere als geeignet:

  • Obst- und Gemüsepellets: zermahlene, erhitze, gepresste Gemüse- oder Obstmasse ohne Wert, da Vitamine und Spurenelemente durch die Hitze verloren gehen; durch die fehlende Struktur finden kein Zahnabrieb statt; Milchpellets bestehen fast ausschießlich aus Zucker, Getreide und Milchnebenerzeugnissen, dafür ist der Verdauungstrakt der Chinchillas nicht ausgelegt
  • Extrudate wie Haferecken: stark verarbeitete, leicht verdauliche Masse, die künstlich vitaminisiert wird; zerstört nach und nach die Verdauung, siehe Naeheres dazu unter: Extrudate
  • Knabberstangen und Kekse: bestehen aus minderwertigen Nebenerzeugnissen (Getreidemehle, Melasse, Sojaschrot etc.) und Getreidekörnern, daher sehr energiereich, woran die Chinchillaverdauung nicht angepasst ist; doch man kann solche Knabbereien auch selber backen und das Ganze in Gesund: Rezepte

4. Kräuter als Leckerchen?

Grünfutter und Raufutter wie Kräuter sind neben Heu und Zweigen stets das Hauptfutter von herbivoren Kleinsäugern wie Chinchillas. Sie sind deshalb keine Leckerchen, die nur nach Bedarf und rationiert angeboten werden. Sie müssen zwingend IMMER im Napf zur Verfügung stehen und dürfen nicht ausgehen.

5. Liste mit geeigneten Leckerchen

  • Nüsse (Mandeln (süß), Aprikosenkerne (süß), Haselnuss, Walnuss (nur eine Hälfte), Pecanuss, Cashewkern, Erdnuss (eigentl. keine Nuss, sondern Hülsenfrucht)):
  • größere Samen: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne - wenn Kerne nicht als Teil des täglichen Kraftfutters gereicht werden
  • getrocknete Früchte: Rosine, Bananenchip, Gojibeere, Cranberry, Johannisbrotstückchen, Apfelchip, Kiwischeibe, Tomatenscheibe etc.
  • getrocknetes Gemüse: Blumenkohlröschen, Möhrenchip, Brokkoliröschen, Topinamburchip etc. - wenn Gemüse nicht als Teil des täglichen Kraftfutters gereicht werden
  • Flocken: Erbsenflocken, Maisflocken, Ackerbohnenflocken, Sojaflocken
  • Blütenpollen: 1 TL für 2 Chinchillas
  • Mischung aus getrocknetem Gemüse (z.B. ein großer Esslöffel für 2 Chins) - wenn Gemüse nicht als Teil des täglichen Kraftfutters gereicht werden
  • Sämereienmischung (z.B. einen kleinen Teelöffel für 2 Chins) - wenn Saaten nicht als Teil des täglichen Kraftfutters gereicht werden
  • Getreideähren, Kolben und Rispen: Haferrispen, Darikolben, Maiskolben, Flachs, Zierkolbenhirse, Kanariensaat, Rispenhirse - bitte nur 1-2 mal monatlich, nicht in Massen und zuerst gut verträgliche Mehlsaaten anfüttern und auf Verträglichkeit testen (z.B. Paddyreis, Buchweizen, Amaranth und Quinoah)
  • zusatzstoff-, getreide- und zuckerfreie Kekse und Knabberstangen: Selbstgebackenes, Steppenlemmingsprodukte etc.