Steine und Gries in ableitenden Organen

Symptome

  • Scheuern des Unterleibes / Ausscheidungsorgane am Boden
  • Harnabflussstörungen z.B. häufiges Urinabsetzen in kleiner Menge oder generelle Probleme Wasser zu lassen
  • veränderte Urinfarbe, siehe auch hier
  • kolikartige Bauchschmerzen
  • Schmerzlaute beim Urinabsetzen
  • generelle Schmerzanzeichen möglich sowie Apathie, Fressverweigerung
  • Blut im Urin (mikroskopisch feststellbar)
  • Gries im Urin (mit bloßem Auge oder mikroskopisch sichtbar)
  • oft tritt als Sekundärerkrankung eine Blasenschleimhautentzündung mit Zistitissymptomen auf

Diagnose

  • Urinuntersuchung auf Bakterien und/oder Blutspuren
  • Röntgenuntersuchung
  • Sonographie / Ultraschalluntersuchung
  • Abtasten der Organe

Anm.: Ist das Röntgenbild nichts erkennbar, bedeutet es noch nicht, dass das Tier keine Steine/Gries hat! Je nach Zusammensetzung der Ablagerungen sind diese nicht immer röntgenpositiv d.h. auf Röntgenbildern sichtbar bzw. darstellbar. Dazu gehören z.B. Uratsteine (Harnsäuresteine) oder Zystinsteine, die dann erst durch die Gabe eines Röntgenkontrastmittels sichtbar gemacht werden müssen. Röntgenpositiv hingegen sind Steine aus Kalzium und Magnesium.

 

Ursachen

  • einseitige Ernährung ohne Selektionsmöglichkeit
  • hauptsächliche Fertigfutter- oder Trockenfutterernährung
  • kein Frischfutter
  • wenig Flüssigkeitsaufnahme
  • Stoffwechselstörungen
  • Nierenerkrankungen
  • Entzündungsprozesse
  • Abflussbehinderungen oder anatomische Besonderheiten der ableitenden Harnwege (z.B. eine Verengung des Nierenbeckens)
  • genetische Prädisposition

Therapie

  • Ausschwemmung kleinerer Ablagerungen durch eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr (Infusionen, Wassergabe, Saftfuttergabe) gegebenenfalls harntreibender Mittel und Pflanzen und gezielte Massagen an betroffenen Organen
  • bei größeren Ablagerungen ist meist ein operativer Eingriff notwendig, aber je nach Lokalisation nicht immer möglich
  • Gabe von Antibiotika und Schmerzmittel

Die Ernährung sollte umgestellt und gut beobachtet werden:

  • Frischfutter in unbegrenzter Menger anbieten: Grünfutter wie Gräser, Kräuter, Zweige, Blüten, Salat), Obst und Gemüse
  • immer Zugang zum Wassernapf
  • kein Fertigfutter, stattdessen Sämereien als Kraftfutter
  • auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Gesamternährung achten z.B. keine Kräuter weglassen, siehe dazu unbedingt auch: Kräuter in der Chinchillaernährung
  • keine kalziumreduzierte Diät anstreben, siehe dazu: Kalzium und Kalziummangel

Ernährt man sein Tier selektiv inkl. Frischem, kann überschüssiges Kalzium ausgeschwemmt werden, der Körper regelt den Mineralstoffhaushalt selber. Reduziert man jedoch Kalzium, so wird dadurch die Steinneubildung und auch die Entstehung weiterer Krankheiten begünstigt; lässt man Frischfutter weg, wird zu wenig Flüssigkeit zum Reinigen zu sich genommen.

Chinchillas benötigen sehr viele Kalzium wegen der stets nachwachsenden Zähne!