Verhalten vor und nach einer Operation

Vor einer Operation

Tierarztsuche

Vor einem Eingriff, wie z. B. einer Kastration, sollte man sich nach einem geeigneten Tierarzt umschauen. Nicht viele kennen sich mit Chinchillas wirklich aus, einige empfehlenswerte findet ihr auf unserer Tierarztliste

Ruft beim jeweiligen Tierarzt an und fragt direkt nach, ob er Erfahrung hat. 


Ernährung

Im Gegensatz zu Carnivoren wie Katzen, dürfen herbivore Heimtiere wie Chinchillas zu einem operativen Eingriff niemals nüchtern erscheinen. Sie sollten kontinuierlich so weitergefüttert werden wie immer. Chinchillas können nicht erbrechen und würden nüchtern erhebliche gesundheitliche Probleme bekommen wie Aufgasung und Kreislaufpfobleme.

 

Partnertiermitnahme

Die Antwort auf diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten, hier wurde sie ausführlich behandelt: Sollte(n) der/die Partner zum Tierarzt mitgenommen werden?

 

Nach einer Operation

Umzug nach Hause und in den Käfig

Vom Tierarzt dürfen die Patienten erst mit nach Hause genommen werden, wenn sie aus der Narkose erwacht sind und soweit ansprechbar sind, etwas wackelig auf den Beinen dürfen sie noch sein.


Die Chins sollten Zuhause jedoch solange in der Transportbox bleiben, bis sie sich normal bewegen können, sonst droht Verletzungs- und Sturzgefahr. In den Käfig und zu den Partnertieren dürfen die operierten Tiere erst, wenn sie wieder mobil sind und ihre Narkose überwunden haben. 

Der Halter sollte seine Tiere nach dem Eingriff bzw. nach dem Wiederzusammensetzen sehr gut beobachten, denn manchmal kann es zwischen den Partnern zu Rangordnungsschwierigkeiten (Jagen etc.) kommen, v.a. wenn das ranghöhere Tiere das operierte und somit geschwächte Chin ist. 

Einstreu und Sandbad

Bei vorhandenen Wunden muss das Sandbad aus dem Gehege entfernt werden; sind die Wunden kurze Zeit später verschlossen und die Wundheilung verläuft soweit positiv, darf nach ca. 2-3 Tagen pure Heilerde zum Baden angeboten werden.

 

Bei der Einstreu sollte auf weiche, grobe und antibakteriell wirkende Einstreu geachtet werden, geeignet sind z.B. bestimmte Hobelspan-Anbieter. Feine, pieksige, klumppende Streu sollte nicht angeboten werden, weil sie die Wundstellen reizen oder an ihnen kleben bleiben kann.


Medikation

Nach operativen Eingriffen sollten die Tiere mindestens für 2-3 Tage, und nach Bedarf länger, Schmerzmedikamente bekommen. Damit können sie erfahrungsgemäß besser fressen, bewegen sich eher und gehen weniger an ihre Wunde. 

Die verschriebene Dosierung von Meloxicam sollte stets auf Richtigkeit überprüft werden, da das Mittel von Tierärzten leider häufig unterdosiert wird und dann nicht wirkt.


Eine Antibiotikagabe kann unter Umständen ebenfalls notwendig sein.


Body und Halskrause

Um die Operationswunden vor Schmutz und dem Benagen in Sicherheit zu bringen, bietet es sich je nach Wundgröße an, die Wunde mithilfe eines Bodys zu schützen. Entweder bekommt man solch einen Body bereits beim Tierarzt oder man bastelt sich einen aus einer Tennissocke - mehr als eine Socke und eine Schere sind dafür nicht notwendig. Die Areale um den Penis/Scheide und das Afterloch müssen ausgeschnitten werden, damit die Tiere Urin und Kot ausscheiden können und der Body hygienisch und trocken bleibt.


Eine Alternative zum Body bietet das Verwenden einer Halskrause, falls die Tiere einen Body zerbeißen oder er sonstige Schwierigkeiten bereiten sollte. 

Ernährung

Nach dem Eingriff bietet man das gewohnte Futter und Wasser an. Frisst das Tier nach dem Eingriff auch am zweiten Tag nicht oder nur sehr wenig, sollte vorübergehend gepäppelt werden.

Ausführliches zum Thema Notfallernährung findet man hier: Päppeln und Breiernährung

 

Wärme

Einige kranke Chins nehmen Wärme dankend an z.B. in Form von einem SnuggleSafe, Kirschkernkissen oder einer Rotlichtlampe, die allesamt so platziert werden müssen, dass sich die Tiere der Wärmequelle jederzeit komplett entziehen können, sonst droht Überhitzung mit gesundheitlichen Folgen!