Tipps zur sanften Futterumstellung

Das gewohnte Futter wird bei den Schritten 1-4 den Chinchillas weiterhin angeboten. Zusätzlich beginnt man nach und nach Neues anzufüttern.

Dabei hat sich folgende Reihenfolge als schonend und sinnvoll erwiesen:

Schritt 1:

Getrocknete Kräuter-Blätter-Blüten-Mischung, Rinde, Zweige, Wurzeln einführen

 

Diese Futtermittel kann man recht schnell, bald auch ad libitum einführen, d.h. zur freien Aufnahme, sodass sie niemals leer werden. Man muss Kräuter nicht mühsam Sorte für Sorte anfüttern, sondern gleich eine Kräuter-Mischung reichen. Diese kann aus z.B. Löwenzahn, Topinamburblättern, Echinaceablättern, Beerenblättern, Spitz- oder Breiwegrich, Brennesseln, Weidenrinde, Löwenwurzeln, Ginkgoblättern und Ringelblumen bestehen. Diese Mischung wird anschließend kontinuierlich mit weiteren Kräutern/ Blüten/ Blättern/ Wurzeln erweitert (Beispiel: Kaktusblüten, Grünem Dinkel oder Hafer, Sonneblumenblättern, Pfefferminze, Apfelblättern, Haselnussblättern, usw.)

Man kann aber auch bereits fertige Mischungen kaufen und anbieten, die man später ebenfalls mit weiteren Kräutern erweitert: "Futterbestell-Liste"

Schritt 2:

Frischen Apfel und frisches Grünfutter einführen

  • Grünfutter: z.B. Golliwoog, Chicoree (natürliches Darmfloraaufbaumittel, super bei Futterumstellung), Miniromanasalat/ Salatherzen, Löwenzahn samt Blüte, Wegeriche, Lattiche, Disteln, Basilikum, Kirsch- und Haselnusszweige und alle anderen Obstbaumzweige etc.)
  • Sorte für Sorte; Menge zuerst: 1 haselnussgroßes Stückchen Apfel/1-2 Blatt Löwenzahn/1 kleiner Zweig mit 2-3 Blättern dran; Menge nach und nach steigern bis am nachfolgenden Tag noch was vom Frischfutter übrig ist, bestenfalls noch etwas von jeder Sorte oder zumindest von mehreren
  • wenn am ersten Tag z.B. Chicoree vertragen wurde, darf er am nächsten Tag wieder angeboten werden + eine neue Frischfuttersorte

Schritt 3:

Weiteres frisches Obt und Gemüse einführen

  • hier blähende Dinge wie Klee, Luzerne oder Kohl erst ganz am Ende und nur wenn keine Pellets verabreicht werden; als Einstieg sind z.B. Banane, Birne oder Möhre samt Grün sehr gut geeignet
  • Sorte für Sorte; Menge nach und nach steigern bis am nachfolgenden Tag noch was vom Frischfutter übrig ist, bestenfalls noch etwas von jeder Sorte oder zumindest von mehreren
  • wenn am ersten Tag z.B. Möhre vertragen wurde, darf er am nächsten Tag wieder angeboten werden + eine neue Frischfuttersorte

Schritt 4:

Sämereien einführen

  • langsam und Sorte für Sorte einführen (beginnen kann man z.B. mit Leinsamen, 1 Woche Beobachtungszeit, dann weitere Sorte dazu mischen); spätere Menge hängt von generellem Fressverhalten der Tiere ab, manche Chins oder trächtige/ säugende Tiere dürfen Saaten auch ad libitum bekommen
  • denkbar ist eine kleine Saaten-Gabe als Leckerchen z.B. 1-2 Mal in der Woche oder die tägliche Gabe als Beifutter (ca. 1 Löffelchen pro Tier, später wenn Pellets weggelassen wurden auch 1-2 Löffel möglich), mehr zum Thema: Sämereienfütterung bei Chinchillas
  • gleichzeitig beginnt man die Pellets bzw. Fertigfutter zu reduzieren, man gibt nicht mehr als 1 Löffelchen pro Tier
  • zusätzlich zu den Sämereien kann grundsätzlich auch ein anderes Kraftfutter gegeben werden

Schritt 5:

Fertigfutter weglassen

 

Entweder fressen die Tiere mit der Zeit das Fertigfutter (Pellets, Mischfutter) von selber nicht mehr oder man verzichtet bewusst drauf (wenn man als Halter von Pellets/ Mischfutter ganz weg möchte), sobald die Tiere ad libitum ernährt werden und sich das Fressverhalten stabilisiert hat.


Siehe auch: